KfW-Förderung Einbruchschutz: So beantragen Sie das Programm 455-E
Einbruchschutz kostet Geld – aber der Staat hilft dabei. Mit dem KfW-Programm 455-E (Altersgerecht Umbauen – Einbruchschutz) fördert die Kreditanstalt für Wiederaufbau Maßnahmen zur Einbruchsicherung mit einem Zuschuss von bis zu 1.600 Euro. Wer die Förderung richtig nutzt, kann einen erheblichen Teil der Investitionskosten zurückbekommen.
In diesem Ratgeber erfahren Sie alles, was Sie für einen erfolgreichen Antrag wissen müssen.
1. Was ist das KfW-Programm 455-E?
Das Programm „Altersgerecht Umbauen – Einbruchschutz” (455-E) ist ein Zuschussprogramm der KfW-Bank. Es richtet sich an Eigentümer von Wohngebäuden und fördert Maßnahmen, die den Einbruchschutz verbessern.
Wichtig: Es handelt sich um einen Zuschuss, nicht um ein Darlehen. Das Geld muss nicht zurückgezahlt werden.
Förderhöhe
- Zuschuss: 20 % der förderfähigen Kosten
- Maximaler Zuschuss: 1.600 € pro Wohneinheit
- Maximale förderfähige Kosten: 8.000 € pro Wohneinheit
Das bedeutet: Wer 8.000 € oder mehr in Einbruchschutzmaßnahmen investiert, erhält den vollen Zuschuss von 1.600 €.
2. Wer ist antragsberechtigt?
Antragsberechtigt sind:
- Eigentümer von selbst genutzten oder vermieteten Wohngebäuden
- Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) für Gemeinschaftseigentum
- Ersterwerber von neu gebauten Wohngebäuden mit entsprechenden Maßnahmen
Nicht antragsberechtigt:
- Mieter (nur der Eigentümer kann den Antrag stellen)
- Unternehmen und gewerbliche Vermieter (für diese gibt es andere Programme)
Tipp für Mieter: Sprechen Sie Ihren Vermieter auf die Förderung an. Viele Vermieter sind bereit, Maßnahmen umzusetzen, wenn ein erheblicher Teil der Kosten erstattet wird.
3. Was wird gefördert?
Gefördert werden Maßnahmen, die den Einbruchschutz nach DIN-Norm verbessern. Dazu zählen:
Türen und Fenster
- Einbruchhemmende Haus- und Wohnungseingangstüren (Widerstandsklasse RC 2 oder höher)
- Nachrüstung von Türen mit einbruchhemmenden Beschlägen, Schließblechen und Riegeln
- Einbruchhemmende Fenster und Fenstertüren (RC 2 oder höher)
- Nachrüstung von Fenstern mit abschließbaren Griffen und Pilzkopfzapfen
Schlösser und Zylinder
- Sicherheitsschließzylinder nach DIN EN 1303 (Sicherheitsstufe 4 oder höher)
- Mehrfachverriegelungen
- Querriegelschlösser und Panzerriegel (VdS-zertifiziert)
Einbruchmeldeanlagen
- Einbruchmeldeanlagen nach DIN VDE 0833 oder VdS-Klasse C
- Videoüberwachungsanlagen (unter bestimmten Voraussetzungen)
- Beleuchtungsanlagen mit Bewegungsmelder (als Teil einer Gesamtmaßnahme)
Garagentore und Nebengebäude
- Einbruchhemmende Garagentore
- Sicherung von Kellertüren und -fenstern
Nicht gefördert werden:
- Maßnahmen, die bereits begonnen wurden (vor Antragstellung!)
- Eigenleistungen (nur Fachhandwerkerkosten sind förderfähig)
- Wartung und Reparatur bestehender Anlagen
4. Schritt-für-Schritt: So beantragen Sie die Förderung
Schritt 1: Vor der Maßnahme – Antrag stellen
Das ist der wichtigste Punkt: Der Antrag muss vor Beginn der Maßnahme gestellt werden. Wer erst nach dem Einbau einen Antrag stellt, geht leer aus.
Schritt 2: Online-Antrag bei der KfW
- Gehen Sie auf kfw.de und suchen Sie nach Programm 455-E
- Klicken Sie auf „Jetzt Zuschuss beantragen”
- Legen Sie ein KfW-Konto an (falls noch nicht vorhanden)
- Füllen Sie das Online-Formular aus:
- Angaben zum Gebäude (Baujahr, Adresse, Wohneinheiten)
- Art der geplanten Maßnahmen
- Geschätzte Kosten
- Laden Sie ggf. erforderliche Dokumente hoch
Schritt 3: Bestätigung abwarten
Nach der Antragstellung erhalten Sie eine Zusage von der KfW. Erst dann dürfen Sie mit der Maßnahme beginnen.
Schritt 4: Fachhandwerker beauftragen
Beauftragen Sie einen zugelassenen Fachhandwerker. Achten Sie darauf, dass:
- Die eingesetzten Produkte den Fördervoraussetzungen entsprechen (Widerstandsklasse, Zertifizierung)
- Sie eine detaillierte Rechnung erhalten
- Die Rechnung Materialkosten und Arbeitskosten getrennt ausweist
Schritt 5: Verwendungsnachweis einreichen
Nach Abschluss der Maßnahme reichen Sie bei der KfW ein:
- Rechnung(en) des Fachhandwerkers
- Bestätigung über die durchgeführten Maßnahmen
- Ggf. Fotos der eingebauten Produkte
Schritt 6: Zuschuss erhalten
Nach Prüfung der Unterlagen überweist die KfW den Zuschuss auf Ihr Konto. Die Bearbeitungszeit beträgt in der Regel 4–8 Wochen.
5. Häufige Fehler beim Antrag
Maßnahme vor Antragstellung begonnen
Der häufigste Fehler. Sobald ein Handwerker beauftragt wurde oder Materialien bestellt wurden, gilt die Maßnahme als begonnen. Kein Antrag mehr möglich.
Falsche Produktwahl
Nicht jedes Schloss und nicht jede Tür ist förderfähig. Achten Sie auf die geforderten Normen und Widerstandsklassen. Im Zweifel fragen Sie Ihren Fachhandwerker oder die KfW-Hotline.
Eigenleistungen einkalkuliert
Eigenleistungen sind nicht förderfähig. Nur die Kosten für Fachhandwerker (Material + Arbeit) werden berücksichtigt.
Kombination mit anderen Förderprogrammen vergessen
Das Programm 455-E kann mit anderen KfW-Programmen kombiniert werden, z. B. mit dem Programm 159 (Altersgerecht Umbauen – Kredit). Prüfen Sie, ob eine Kombination für Sie sinnvoll ist.
6. Lohnt sich die Förderung?
Ein Rechenbeispiel:
| Maßnahme | Kosten |
|---|---|
| Sicherheitsschließzylinder (2 Türen) | 400 € |
| Einbruchhemmende Haustür (RC 2) | 3.500 € |
| Nachrüstung Fenster (4 Stück) | 800 € |
| Einbruchmeldeanlage | 1.800 € |
| Gesamt | 6.500 € |
| KfW-Zuschuss (20%) | 1.300 € |
| Eigenanteil | 5.200 € |
Bei maximalen förderfähigen Kosten von 8.000 € ergibt sich ein Zuschuss von 1.600 €. Die Investition amortisiert sich nicht nur finanziell – sie erhöht auch den Wert der Immobilie und senkt die Einbruchsgefahr erheblich.
7. Fazit
Das KfW-Programm 455-E ist eine attraktive Möglichkeit, Einbruchschutzmaßnahmen staatlich fördern zu lassen. Der Zuschuss von bis zu 1.600 € macht hochwertige Sicherheitslösungen deutlich erschwinglicher. Entscheidend ist: Antrag vor Maßnahmenbeginn stellen – wer das vergisst, verliert den Anspruch.
Wenn Sie unsicher sind, welche Maßnahmen für Ihr Gebäude sinnvoll und förderfähig sind, helfen wir Ihnen gerne bei der Einschätzung. Wir arbeiten mit zertifizierten Produkten und können Ihnen eine detaillierte Kostenaufstellung für Ihren KfW-Antrag erstellen.
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