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Schlüssel nachmachen lassen: Was erlaubt ist — und wann der Kiosk Nein sagt

Mirac Koc
Experte für Sicherheitstechnik
Schlüssel nachmachen lassen: Was erlaubt ist — und wann der Kiosk Nein sagt

Kurz beim Schlüsseldienst vorbei, Duplikat in fünf Minuten — so stellen sich die meisten einen Schlüsselnachmach-Termin vor. Meistens stimmt das auch. Aber eben nicht immer, und genau das führt regelmäßig zu Frust.

Wann es einfach geht

Ein gewöhnlicher Hausschlüssel ohne besondere Kennzeichnung lässt sich in jedem Baumarkt, vielen Schuhgeschäften und natürlich bei jedem Schlüsseldienst nachfertigen. Der Mitarbeiter sucht den passenden Rohling, spannt ihn ein, fräst das Profil ab — fertig. Ausweis, Vollmacht, Genehmigung: nichts davon nötig. Der Originalschlüssel reicht.

Preislich liegt man für einen einfachen Hausschlüssel zwischen 3 und 8 Euro. Für Tresor- oder Briefkastenschlüssel mit ungewöhnlichem Profil kann es teurer werden, 15 bis 20 Euro sind dann normal.

Das Hindernis: Der kleine Aufdruck auf dem Schlüssel

Wer auf seinem Schlüssel eine Gravur wie „Bitte nicht nachmachen”, „Do not duplicate” oder ein eingestanztes Firmensymbol findet, steht vor einem anderen Problem. Das ist kein freundlicher Hinweis — das ist der sichtbare Teil eines Patent- oder Lizenzschutzes.

Hersteller wie ABUS, Keso, BKS oder Dom registrieren ihre Schließprofile als Schutzrechte. Autorisierte Händler verpflichten sich im Rahmen dieser Lizenz, keine Kopien ohne entsprechenden Nachweis anzufertigen. Ein seriöser Betrieb lehnt den Auftrag dann ab — nicht aus Böswilligkeit, sondern weil er sonst seine Lizenz riskiert.

Was Sie in diesem Fall brauchen: den Sicherheitsausweis, den der Hersteller beim Kauf des Schlosssystems mitliefert. Darin steht eine Schlüsselnummer, die autorisiert, Nachschlüssel zu bestellen. Ohne dieses Dokument geht bei guten Betrieben nichts.

Wo man Sicherheitsschlüssel nachmachen lässt: beim Fachbetrieb direkt beim Hersteller anfragen oder über den Schlüsseldienst, der das System seinerzeit eingebaut hat. Die Fertigung dauert dann meist einige Tage, die Kosten liegen zwischen 20 und 60 Euro pro Schlüssel — je nach Hersteller und Profil.

Die Mietfrage

Als Mieter gehört der Wohnungsschlüssel nicht Ihnen, sondern dem Vermieter — auch wenn Sie ihn täglich benutzen. Das klingt pedantisch, hat aber Konsequenzen: Wer Kopien anfertigen lässt, ohne den Vermieter zu informieren, bewegt sich je nach Mietvertrag in einer Grauzone.

In der Praxis schaut niemand genau hin, solange es um einen einzelnen Ersatzschlüssel für den Lebenspartner geht. Problematisch wird es, wenn bei einem späteren Einbruch der Verdacht entsteht, dass ein nicht autorisierter Schlüssel im Umlauf war — dann kann die Hausratversicherung Leistungen verweigern.

Sicherer Weg: kurze schriftliche Nachricht an den Vermieter, dass Sie eine Kopie anfertigen lassen möchten. Wer antwortet, was er antwortet, spielt meistens keine Rolle — wichtig ist, dass Sie es dokumentiert haben.

Wenn kein Original mehr da ist

Manchmal existiert kein Originalschlüssel mehr, trotzdem soll ein Duplikat her. Das geht, ist aber aufwändiger.

Möglichkeit 1: Der Hersteller führt in seiner Datenbank alle jemals gefertigten Schlüsselnummern. Wer den Sicherheitsausweis noch hat, kann über den Kundendienst des Herstellers einen Nachschlüssel nach Nummer bestellen. Dauert länger, funktioniert aber.

Möglichkeit 2: Der Zylinder wird ausgebaut, demontiert, und ein Fachmann liest das Stiftmuster aus, um einen Schlüssel danach zu fertigen. Aufwand: eine bis zwei Stunden, Kosten 80 bis 150 Euro.

Möglichkeit 3 — die schlechteste: selbst basteln. Davon ist dringend abzuraten. Ein falsch gefräster Schlüssel beschädigt den Zylinder.

Autoschlüssel: Sonderfall

Wer einen Autoschlüssel mit Transponder kopieren lassen möchte, ist beim normalen Schlüsseldienst oft an der falschen Adresse. Moderne Fahrzeugschlüssel enthalten einen programmierten Chip, den nicht jedes Gerät auslesen kann. Fachbetriebe mit KFZ-Zugang oder der Vertragshändler sind hier die richtige Adresse — und die Kosten liegen zwischen 80 und 300 Euro, je nach Fahrzeug.

Was ein Duplikat kostet — kurz zusammengefasst

SchlüsseltypKosten
Einfacher Hausschlüssel3–8 €
Briefkasten- oder Möbelschlüssel5–15 €
Sicherheitsschlüssel mit Nachweis20–60 €
Schlüssel nach Zylinderausbau gefertigt80–150 €
Autoschlüssel mit Transponder80–300 €

Bei Fragen zu einem konkreten Schlüssel oder Schloss helfen wir gerne weiter: 0151 22137840.


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