Ein nasskalter Novemberabend im Lausitzer Bergland, der Wind drückt gegen die Haustür, und mit einem Ruck fällt sie ins Schloss. Der Schlüssel hängt drinnen am Haken, die Jacke ist dünn, und bis zum Morgen will in Ebersbach-Neugersdorf niemand auf der Treppe frieren.
Die Spreequellstadt ist 2011 aus Ebersbach/Sa. und Neugersdorf zusammengewachsen. Sie liegt auf halber Strecke zwischen Bautzen und Zittau, direkt an der Grenze zu Tschechien, gegenüber von Jiříkov und Rumburk. Während die Ebersbacher Innenstadt bei 365 Metern liegt, steigen Hutungsberg und Schlechteberg deutlich höher an, auf dem Hutungsberg steht der Bismarckturm. Im Stadtgebiet entspringen zwei der drei Spreequellen, der Spreeborn in Ebersbach und die Quelle am Volksbad in Neugersdorf.
Typisch für die Stadt sind die Umgebindehäuser, mehr als 700 sind erhalten. Viele Haustüren dort sind alt, das Holz arbeitet, und mancher Zylinder hat lange keine Pflege gesehen. Wer vor so einer Tür steht, sollte nicht mit Gewalt nachhelfen. Ein geschulter Monteur öffnet eine zugefallene Tür in aller Regel, ohne Rahmen oder Schloss zu beschädigen.
Für die Anfahrt sind die B 96 und die S 148 entscheidend, die beide durch die Stadt führen. Beim Anruf fragen wir, ob Sie in Ebersbach, in Neugersdorf oder in einem Ortsteil wie Spreedorf oder Oberland stehen. Die Notöffnung beginnt bei ca. 100 €, spätabends oder bei abgeschlossener Tür wird es mehr.