Am Rennsteig auf rund 830 Metern fällt eine Haustür bei Wind schneller ins Schloss, als man denkt. Für den Monteur heißt das in Neuhaus am Rennweg: Der Schlüssel liegt drinnen, und zwischen Steinheid, Lichte und Piesau liegen etliche Kilometer Bergstraße.
Aus der Werkstatt betrachtet ist die Stadt ein Sonderfall. Sie besteht aus acht Ortsteilen, die im Thüringer Schiefergebirge verstreut liegen, und die Wege dazwischen führen über Höhen und durch Täler. Die B 281 verbindet Saalfeld mit Eisfeld und ist die Hauptachse, weitere Straßen gehen nach Lauscha, Katzhütte und Oberweißbach. Im Winter kommen Schnee und Glätte dazu, und dann ist eine Anfahrt nach Scheibe-Alsbach etwas anderes als eine im Flachland.
Auch die Häuser erzählen etwas. Neuhaus ist vom Glas geprägt, viele Gebäude stammen aus der Zeit, als Flakons und Porzellan hier das Geld brachten. Alte Holztüren mit Kastenschloss sieht man noch häufig, daneben Neubauten mit Mehrfachverriegelung und Ferienwohnungen, deren Gäste das Schloss nicht kennen. Jede dieser Türen verlangt ein anderes Vorgehen. Wer sich ausgesperrt hat, beschreibt beim Anruf am besten kurz, wo er steht und was für eine Tür es ist.
Daraus ergibt sich eine erste Preis-Einschätzung, und der Monteur weiß, welches Werkzeug er einpacken muss. Ob an der Stadtkirche, einer der größten Holzkirchen Thüringens, oder am Ortsrand Richtung Bernhardsthal: Türöffnung in Neuhaus am Rennweg heißt bei uns zuerst sauber öffnen und erst danach über einen Schlosstausch reden.