Die Nachbarin von gegenüber bringt eine Leiter, ein anderer leiht sein Handy, und trotzdem bleibt die Haustür in Wiehe zu, weil der Schlüssel innen am Brett hängt. Solche Momente kennt man im Unstruttal zwischen Hoher Schrecke und Ziegelrodaer Forst gut.
Roßleben-Wiehe ist seit 2019 eine gemeinsame Stadt mit zehn Ortsteilen. Dazu gehören Roßleben mit der alten Klosterschule und der Kalihalde, Wiehe mit Schloss, Schlosspark und Teich, außerdem Donndorf, Kloster Donndorf, Bottendorf mit der Kupferhütte, Nausitz, Schönewerda, Kleinroda, Garnbach und Langenroda mit seiner Bockwindmühle. Zwischen diesen Orten liegen Felder und Hänge, und wer abends in Garnbach vor der Tür steht, kann nicht eben mal zu Fuß zu Verwandten nach Roßleben laufen.
Die Hilfe der Nachbarn ist trotzdem viel wert. Oft kennt jemand den Vermieter, hat dessen Nummer oder weiß, ob irgendwo im Haus ein Zweitschlüssel liegt. Erst wenn das nicht klappt, kommen wir ins Spiel. Nach Wiehe führen die Landesstraßen 1215 und 1217, und die Autobahnen A 38 und A 71 sowie die B 85 und B 86 liegen in Reichweite.
Weil die Unstrutbahn keinen regelmäßigen Personenverkehr mehr hat, ist das Auto ohnehin das Mittel der Wahl. Am Telefon klären wir, welche Tür es ist und ob sie nur zugefallen ist. Eine zugefallene Tür öffnet der Monteur meist über die Falle, ohne dass der Zylinder Schaden nimmt. Die Leiter der Nachbarin kann also wieder in den Schuppen.