„Ich war doch nur kurz draußen“, so beginnen viele Gespräche mit Leuten aus Goslar, die vor der eigenen Tür stehen. Mal ist es die Mülltonne im Hinterhof an der Bäckerstraße, mal der Hund in Jürgenohl, mal das Auto, das noch auf dem Parkplatz an der Kaiserpfalz steht.
Aus Sicht des Monteurs ist Goslar eine Stadt mit zwei Gesichtern. Die Altstadt gehört zusammen mit dem Rammelsberg zum Weltkulturerbe, mit Fachwerk, schweren Holztüren und Schlössern, die zum Teil älter sind als die Leute, die dahinter wohnen. Da braucht es Gefühl, denn eine historische Tür will niemand mit Bohrspuren zurücklassen. Draußen in Jürgenohl, Oker oder Vienenburg sieht es anders aus: Mehrfamilienhäuser, Reihenhäuser, moderne Haustüren mit Mehrfachverriegelung.
Dazu kommt die Lage am Harzrand. Hahnenklee liegt hoch im Wald, viele Ferienwohnungen werden von Gästen genutzt, die nicht wissen, wo der Ersatzschlüssel hängt. Im Winter macht Schnee die Anfahrt langsamer. Über die B 6 und die B 82 sind die Ortsteile im Norden gut zu erreichen, in den Oberharz geht es über kurvige Strecken.
Wer als Schlüsseldienst in Goslar unterwegs ist, muss beides können: die alte Tür am Schuhhof schonend öffnen und den Zylinder im Neubau tauschen. Eine Notöffnung beginnt ab ca. 100 €, was am Ende anfällt, richtet sich nach Uhrzeit und Tür. Ausgesperrt in Goslar heißt jedenfalls nicht, dass das Schloss leiden muss.